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Die LGBTIQ+-Künstler:innen Argentiniens
Musik, Bühne, Literatur und Fernsehen: wer es öffentlich gesagt hat und was sich dadurch geöffnet hat.
Por Rita Kandela · Cronista de la noche
Argentinien hat eine LGBTIQ+-Geschichte in der Kunst, die viel länger ist als ihre Sichtbarkeit: Menschen, die es sagten, als es sie den Job kosten konnte, und Menschen, die es heute sagen, ohne dass es eine Nachricht wäre – genau das Ziel, das man erreichen wollte.
Eine Klarstellung zum Kriterium: In dieser Liste stehen nur Künstler:innen, die öffentlich LGBTIQ+ sind, die es in eigenen Worten erzählt haben. Es sind keine 100 Namen, weil es keine 100 verifizierbaren Namen gibt, und das Kontingent mit Vermutungen über das Privatleben von jemandem zu füllen würde bedeuten, eine Person zu outen, die das nicht wollte.
Die Liste
- 1
Sandra Mihanovich — sang „Puerto Pollensa“ und „Soy lo que soy“, als all das noch nicht benannt wurde.
- 2
Celeste Carballo — Lebens- und Musikpartnerin von Mihanovich, gemeinsam auf zwei Alben, die Geschichte schrieben.
- 3
Federico Moura — von Virus, Mehrdeutigkeit als Ästhetik mitten in der Zeit nach der Diktatur. Starb 1988 an Aids.
- 4
Marilina Bertoldi — lesbisch, erste Frau seit 25 Jahren, die den Gardel de Oro gewann.
- 5
Leo García — schwul, schrieb offen schwule Lieder mit dem Rückhalt von Cerati.
- 6
Marilina Ross — Schauspielerin und Liedermacherin, Referenz für mehrere Generationen.
- 7
Miss Bolivia — bisexuell, verband Cumbia, Rap und Feminismus.
- 8
Sara Hebe — queere Rapperin, politischer Text und Dancefloor im selben Song.
- 9
Chocolate Remix — erfand den lesbischen Reggaetón und machte daraus eine Party, die um die Welt tourt.
- 10
Paula Maffía — lesbisch, von La Cosa Mostra zu einem riesigen Solowerk.
- 11
Lucy Patané — Gitarristin und Komponistin, eine der besten Instrumentalistinnen des Landes.
- 12
Kumbia Queers — die Tropi-Punk-Band, die seit 2007 lesbische Cumbia macht, ohne um Erlaubnis zu fragen.
- 13
Barbi Recanati — queer, von Utopians zu einer Solokarriere mit eigenem Label.
- 14
Susy Shock — trans Künstlerin, nennt sich selbst „sudaca“ (ein von ihr angeeigneter Begriff für Südamerikaner:innen) – „ich beanspruche mein Recht, ein Monster zu sein“.
- 15
Camila Sosa Villada — travesti Schriftstellerin und Schauspielerin, Las malas wurde in die halbe Welt übersetzt.
- 16
Naty Menstrual — travesti Schriftstellerin und Künstlerin, eine der Ersten mit eigener veröffentlichter Prosa.
- 17
Marlene Wayar — Sozialpsychologin und travesti Schriftstellerin, Theoretikerin des lateinamerikanischen travestismo.
- 18
Effy Beth — trans Performance-Künstlerin, ein enormes Werk in einem sehr kurzen Leben.
- 19
Batato Barea — literarischer travesti Clown, das Herz des Underground der 80er.
- 20
Alejandro Urdapilleta — Schauspieler, Weggefährte von Batato im Parakultural.
- 21
Humberto Tortonese — der dritte Eckpunkt jenes Underground, heute eine populäre Figur.
- 22
Klaudia con K — travesti Künstlerin des Undergrounds von Buenos Aires.
- 23
Florencia de la V — trans Schauspielerin, die erste, die im öffentlichen Fernsehen eigene Sendungen leitete.
- 24
Lizy Tagliani — trans Moderatorin und Komikerin, eine der beliebtesten Figuren des Fernsehens.
- 25
Costa — schwul, Moderator und Showman.
- 26
Aníbal Pachano — schwul, Choreograf und Leiter von BOTY.
- 27
Fernando Dente — schwul, Musicaldarsteller und Moderator.
- 28
Juan Pablo Di Pace — schwul, Schauspieler und Regisseur mit internationaler Karriere.
- 29
Pablo Ruiz — Teenie-Idol der 80er, outete sich Jahre später öffentlich.
- 30
Manuel Puig — Der Kuss der Spinnenfrau von 1976 ist der schwule Gründungsroman des Landes.
- 31
Copi — travesti Dramatiker, Zeichner und Romancier, im Exil in Paris.
- 32
Néstor Perlongher — neobarrocker Dichter und Gründer der Frente de Liberación Homosexual (Front zur Homosexuellen Befreiung).
- 33
Osvaldo Bazán — schwuler Schriftsteller und Journalist, Autor von Historia de la homosexualidad en la Argentina (Geschichte der Homosexualität in Argentinien).
- 34
Alejandro Modarelli — schwuler Chronist, Gedächtnis des Undergrounds und der öffentlichen Toiletten von Buenos Aires.
- 35
Liliana Felipe — argentinisch-mexikanische Musikerin, war mit Jesusa Rodríguez Lebens- und Bühnenpartnerin.
- 36
Lorena Carpanchay — die erste trans Bagualera des argentinischen Folklore, aus Salta.
- 37
Ferni de Gyldenfeldt — trans Sängerin; ihre Anmeldung beim Cosquín-Festival führte dazu, dass die Geschlechtertrennung dort abgeschafft wurde.
- 38
Valen Bonetto — junger, dissidenter Folklore, ihr Album Otrxs sagt es schon im Titel.
- 39
Ibiza Pareo — queeres Elektropop-Duo.
- 40
Santa Beibi — aus der neuen Generation des argentinischen LGBTIQ+-Pop.
- 41
Juani Cardillo — junger queerer Pop, Teil der Welle seit 2022.
- 42
Marté — eine weitere neue Stimme des lokalen dissidenten Pop.
- 43
Matías Alemán — schwuler Cantautor der aufstrebenden Pop-Szene.
- 44
Eros White — queere:r Künstler:in der neuen Generation.
- 45
Anikké — argentinischer LGBTIQ+-Pop der letzten Jahre.
- 46
Electrochongo — queeres Projekt der lokalen Elektro-Szene.
Welche argentinischen Künstler:innen sind offen LGBTIQ+?
Unter vielen: Marilina Bertoldi, Sandra Mihanovich, Celeste Carballo, Leo García, Miss Bolivia, Sara Hebe, Chocolate Remix, Camila Sosa Villada, Susy Shock, Florencia de la V und Lizy Tagliani.
Wer war der erste argentinische Künstler, der sich outete?
Es gibt kein einzelnes Erstes. Federico Moura lebte seine Homosexualität in den 80ern öffentlich, und Sandra Mihanovich und Celeste Carballo waren in derselben Dekade vor aller Augen Paar und künstlerisches Duo.
Gibt es anerkannte argentinische trans Künstlerinnen?
Ja: Camila Sosa Villada, Susy Shock, Naty Menstrual, Marlene Wayar, Florencia de la V, Lizy Tagliani und Lorena Carpanchay, die erste trans Bagualera des Folklore.
Warum kommt diese Liste nicht auf 100 Namen?
Weil sie nur Künstler:innen umfasst, die öffentlich LGBTIQ+ sind und es in eigenen Worten erzählt haben. Das Kontingent mit Vermutungen über das Privatleben von jemandem zu füllen würde bedeuten, diese Person zu outen, und das macht man nicht.
Wo höre ich argentinische queere Musik live?
Bei den Partys der Community: JOLIE mittwochs in der Aráoz 2424, Palermo, und FEL!ZA in der Av. Córdoba 3271, mit Programm von Mittwoch bis Sonntag. FEMME, die Lesbenparty, findet in FEL!ZA statt.
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FEL!ZA
Av. Córdoba 3271, CABA
De miércoles a domingo, desde las 20. Sede de FEMME.
Ver en Google Maps →Rita Kandela — Sale los miércoles y vuelve a las seis. Escribe sobre la noche porteña desde adentro: la fila, la barra, el after y el taxi de vuelta.